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REVIEWS



Tod trägt schwarzes Leder, Der   

Tod trägt schwarzes Leder, Der
    
Original: La polizia chiede aiuto   (Italien, 1974)
Laufzeit: 87 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Massimo Dallamano
Darsteller: Mario Adorf, Giovanna Ralli, Claudio Cassinelli u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Italienisch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Bildergalerie, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 1-/ 3+/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Schulmädchen-Report!"

Scheinbar hat sie Selbstmord begangen, aber diese Version passt nicht zum Profil des jungen Mädchens, das eines Tages nackt und erhängt in einer kleinen Dachwohnung gefunden wird. Als die Autopsie die schreckliche Gewissheit bringt, dass sie ermordet wurde, nimmt Kommissar Silvestri in Zusammenarbeit mit der Staatsanwältin Stori die Ermittlungen auf. Dabei fördert die Polizei immer schmierigere Fakten zu Tage, die auf einen Kinderprostitutionsring zu Gunsten alter Herren schließen lassen. Als die Schlinge um die Hälse der Täter immer enger wird, versuchen Sie, mit Mordanschlägen die Arbeit der Polizei zu sabotieren. Ein Motorradfahrer in schwarzem Leder schleicht mit einem Metzgerbeil um die Ermittler und Zeugen herum und verbreitet Angst. Regisseur Massimo Dallamano zeigt sich souverän dem heiklen Thema der Kinderprostitution gewachsen, das im Thriller „Der Tod trägt schwarzes Leder“ angepackt wird. Die Geschichte des Films zeichnet ein zutiefst bitteres Beziehungsgeflecht zwischen Erwachsenen und Kindern, das sich auf seiner finsteren Seite im Kinderprostitutionsring und auf seiner tragischen Seite in der teilweisen Unfähigkeit der Eltern, mit ihren pubertätsgeplagten Kindern umzugehen, widerspiegelt. Die Polizei tritt dabei als Chronist des Schreckens auf, welche die gesellschaftlichen Missstände ent- jedoch nicht wirklich aufdecken kann. Das gipfelt in einem düsteren Ende, dessen Bitterkeit die ganze Misere menschlicher Beziehungssysteme aufdeckt. „Der Tod trägt schwarzes Leder“ überzeugt inszenatorisch durch die geschickt arrangierten Spannungsszenen, welch den namenlosen Mörder um die Protagonisten herumschleichen lässt. Parkhäuser, Fahrstühle und Krankenhausflure bilden die sprichwörtlichen Sackgassen, aus denn manchmal nur der Tod oder das Glück herausführt. Und wenn der treibende Soundtrack wieder anschwillt, packt auch den Zuschauer im heimischen Wohnzimmer das Gefühl, da könnte irgendwo noch jemand sein.

BILD

Tod trägt schwarzes Leder, Der

Besser kann eine DVD kaum aussehen, die einen 31 Jahre alten, nur in Fankreisen bekannten, italienischen Polizei-Thriller beherbergt. Das Bild sieht wunderbar scharf aus, die Farbwiedergabe ist sehr gelungen. Der Film erstrahlt nahezu in einem Glanz, als währe er erst kürzlich gedreht worden. Da kann sich mancher aktueller Film noch eine Scheibe abschneiden. Lediglich in hellen Flächen zeigen sich leichte Rauschmuster, aber wen interessiert das angesichts einer ansonsten vorbildlichen Aufbereitung eines großen Films.

TON

Tod trägt schwarzes Leder, Der

Der Ton kann mit dieser Qualität nicht ganz mithalten, aber das ist bei einem Mono-Ton dieses Alters auch kaum möglich. Die Klangfarbe der italienischen und englischen Spur ist etwas dumpf, teilweise neigt sie auch zu leichtem Schrebbeln. Die Dialoge sind aber dennoch klar und verständlich, so dass man insgesamt zufrieden sein kann. Vor allem auch, weil die Musikwiedergabe sehr anständig ist.

EXTRAS

Das Bonusmaterial besteht aus drei Trailern zum Film (italienisch, englisch, deutsch), einer Bildergalerie und dem Booklet.

FAZIT

„Der Tod trägt schwarze Leder“ ist großes Thriller-Kino, das sein heikles Thema Kinderprostitution perfekt in die bösartige Spannungswelt einbindet. Technisch ist die DVD so wie man es sich wünscht.



Stefan Dabrock