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DVDrome - das Blu-Ray und DVD Online-Magazin

REVIEWS



Give 'em Hell, Malone!   (BLU-RAY)

Give
    
Original: Give 'em Hell Malone!   (USA, 2009)
Laufzeit: ca. 96 Min. (1080p)
Studio: Splendid
Regie: Russel Mulcahy
Darsteller: Thomas Jane, Ving Rhames, Elsa Pataki, Doug Hutchinson u.m.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 2+/ 4 (Bild/Ton/Extras)


"Punisher Noir!"

Regisseur Russel Mulcahy ist immer wieder für eine Überraschung gut. Der 80-er Jahre Videoclip-Regisseur hat sicher eine der erstaunlichsten Achterbahn-Karrieren in Hollywood hinter sich. Nach seinen Musikvideo-Erfolgen u.a. mit Elton John und Duran Duran wurde er mit australischen Low-Budget Tier-Horror "Razorback" und schließlich "Highlander" zu einem der gefragtesten Filmemacher. Aber dann kam das (auch finanzielle) Debakel "Highlander 2" und beendete den kometenhaften Aufstieg des Australiers.
Zwischen Werbung, Videos und TV-Aufträgen schuf Mulcahy sich bis heute eine besonders unausgewogene Filmographie, die von totalen Trash-Mumpitz ("Tale of the Mummy") bis zur vermeintlich Rückkehr zu alter Form gereichen ("Riccochet","Resurrection", "Resident Evil - Extinction").
Glücklicherweise fällt "Give'em Hell Malone!" in die letztere Kategorie. Gleich die ersten paar Minuten liefern ein derartiges Feuerwerk an brutaler Viszeralität, dass einem erstmal die Spucke weg bleibt. Filme wie "Kill Bill" und "Sin City" haben da natürlich bereits Vorarbeit geleistet. Malone (Ex-"Punisher" Thomas Jane darf hier seiner Rolle endlich gerecht werden) ist kein Privatdetektiv: er erledigt anonym schmutzige Jobs für seinen Mittelsmann Murphy (Leland Orser) erledigen. Nur zu dumm, dass er bei seinem letzten Job in einen mittelschweren Weltkrieg gerät. Blei, Blut und Bodyparts fliegen Malone um die Ohren, während die eigentlich simple Übergabe eines Pakets sich zu einer ausgewachsenen Massenschlacht entwickelt. Dem Inferno noch so gerade entkommen, steht bereits die vermeintliche Auftraggeberin (Elsa Pataky) bei ihm auf der Matte. Doch Malone wittert nicht nur billiges Parfum sondern auch Morgenluft. Irgendwer will ihm mit aller Gewalt ans Leder. Aber das bedeutet Krieg. Und mit Malone ist nicht zu spaßen.
Aber auch seine Gegner sind nicht ohne: Boulder (Ving Rhames) knackt Köpfe wie Erdnüsse, während Matchstick (Doug Hutchinson darf nach "Punisher Warzone" erneut völlig über Bord gehen. Christopher Nolan bitte die Augen auf: hier spielt womöglich ein ganz neuer Joker!) immer ganz Feuer und Flamme ist.
"Give'em Hell Malone!" ist der besondere Fall eines klaren Cash-In auf Erfolge wie "Sin City" und andere harte Comicverfilmungen. Dennoch liefert Mulcahy hier genug eigenständige Ideen und bisher noch nicht gesehene Motive, die den Film klar aus dem Plagiatensumpf herausheben. Zudem versucht "Malone" nicht den Stil der großen Vorbilder leblos zu imitieren, sondern findet seinen eigenen Rhythmus. Der Film ist ein fieses Pulp-Comic im besten Sinne und mit einem wirklich passenden (offenen) Ende. Dass diese Art von Schmuddel-Unterhaltung nicht für jedermann gedacht ist, macht einem dem Film noch sympathischer, da hier mal absolut keine Kompromisse gemacht werden.
Dennoch schießt der Film auch ein wenig über sein Ziel hinaus: die fiese asiatische Killerin wirkt wie eine A nbiederung an das moderne Exploitation-Kino ohne allerdings als Parodie angelegt zu sein. Überhaupt trifft der schwarze Humor hier nicht immer in die eigene Farbe und kommt etwas aufgesetzt daher. Ein echter Schwachpunkt ist allerdings die Auflösung des ganzen blutigen Spektakels. Aber nicht etwa weil die Geschichte unplausibel wird, sondern weil der Zuschauer sich am Ende alles wie bei einem schlechten Krimi vom Oberfiesling erzählen lassen muss. Wahrlich schlimm, denn eigentlich brütet hinter Malones Hetzjagd eine viel größe Dimension von Korruption und Verrat, die der Film zum Schluss leider ausspart. Aber vielleicht erfahren wir ja mehr in "Malone will never die!".

BILD

Give

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage. Altersspuren oder analoge Rückstände sind hier nicht auszumachen. Die Schärfe ist gut, aber hat deutlich mit der absichtlichen Überkontrastierung und dem leicht grieseligen Look zu kämpfen. Dazu gesellt sich anscheind auch noch der Einsatz von Filtern, der die Gesichtszüge - besonders bei Elsa Pataky - deutlich unnatürlich glatter aussehen lässt. Die Farben sind kräftig, aber trotzdem nicht überzeichnet. Der Schwarzlevel ist sehr gut und vermittelt hier in allen Nuancen und Schattierungen ein ausgezeichnetes Noir-Feeling. Die Kompression bleibt weitestgehend stabil, aber hat in einigen etwas hektischeren Szenen, wohl auch aufgrund des eigenwilligen Looks, mit leichtem Hintergrundrauschen zu kämpfen. Gerade noch gut.

TON

Give

Bereits die Anfangssequenz erfüllt das volle Spektrum eines guten DTS-HD 5.1 Tracks. Zwischen Erzählerstimme, umherfliegenden Geschossen und böse getroffenen Opfern leisten die Surroundkanäle echte Schwerstarbeit. Der Punch bleibt dank eines ausgewogenen Basseinsatzes zudem durchgängig erhalten ohne dabei übermäßig die restliche Klangkulisse abzuwürgen. Die Musik mischt sich ebenfalls in allen Lagen sehr gut unter Dialoge und Surround-Ambiente, ohne sich zu stark in den Vordergrund zu drängen. Ein exzellenter und gut ausgewogener DTS-HD-Track, der seinem Namen gerecht wird.

EXTRAS

Bei den Extras herrscht leider Fehlanzeige. Außer einem Trailer ist hier nichts zu finden. Dies ist besonders schade, denn über die Ursprünge und mögliche Zukunft von "Malone" wäre sicherlich einiges zu sagen gewesen.

FAZIT

Regisseur Russel Mulcahy ("Highlander") ist immer noch für Überraschungen gut. Aber ist der Film nun ein Cash-In in Sachen brutaler Comicverfilmungen oder doch eine eigenständige "Hard Boiled"-Vision. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Klar ist, dass "Give 'em Hell Malone!" gnadenlos zur Sache geht und schlussendlich auch ein interessantes Hintergrundmotiv aufweist. Ein echter Comic, im besten Sinne des Wortes.



Kay Pinno